Katholischer Pfarrkindergarten Miesbach
Im Sommer 2008 wurde die Außengeländefläche des katholischen Pfarrkindergartens in Miesbach von Hans Richner und Thomas Pecher in einen Natur-Erlebnis-Kindergarten verwandelt. Großer Dank gebührt auch den vielen Helfern, die das Projekt tatkräftig unterstützt und so zum Gelingen des Projektes beigetragen haben.
Die Außengeländefläche des Kindergartens sah aus wie viele andere auch: ebenes Gelände mit Rasen, Beton- und Fallschutzplatten, Zierstrauchpflanzungen, Betonmauern und Spielgeräten aus kesseldruckimprägniertem Holz prägten das Erscheinungsbild.
Nach der Auswertung der Geländemodelle, die die Kinder mit viel Mühe und großem Eifer gebaut hatten, erfolgte die Planung des Natur-Erlebnis-Kindergartens. Ende Juli 2008 wurde nach der Entsiegelung der Flächen mit den Baggerarbeiten im Gelände begonnen. Nach der Grobmodellierung folgte der Bau der Trockenmauern, die zur Einfassung und Strukturierung von einzelnen Geländeflächen eingesetzt wurden. Als Steinmaterial zum Trockenmauerbau konnte teilweise regionaler Kalkstein verwendet werden. Die vormals ebene Fläche wurde in eine vielfältige und abwechslungsreiche Erlebnislandschaft verwandelt.
Direkt neben dem Garteneingang befindet sich ein großes Duftpflanzenbeet, das mit vielen attraktiven Arten und Sorten den Besucher empfängt. Zwischen diesem Beet und einem Johannisbeeren- Stachelbeeren- Wildstaudenbeet wurde ein Fuß-Fühl-Pfad mit unterschiedlichen Materialien angelegt. Um eine Rosskastanie bilden zwei halbkreisförmige Beete mit Einfassungen aus Baumstämmen zum Sitzen die Grundlage für ein grünes Klassenzimmer. Als Abgrenzung zur Straße diente ursprünglich eine Betonmauer. Im Zuge der Umgestaltung wurde diese Mauer mit Aushubmaterial vom Gelände und Kies angeschüttet und mit einer geschwungen verlaufenden Trockenmauer eingefasst. Auf diesem Areal wurde zur besseren Abschirmung zur Straße eine Wildfrucht- und Vogelschutzhecke mit Wildstauden angepflanzt. Zusätzlich erfolgte die Ansaat eines artenreichen Wildblumensaumes. Diese Hecke ist fließend in eine halbschattige bis schattige Wildstaudenpflanzungen übergegangen.
Eine Obst- und Teeecke macht den Kindern riesige Freude. Neben sehr vielen Minzen-Sorten findet man hier auch noch großfruchtige Kornelkirschen und Himbeeren. Nun kann man im Kindergarten Tee kochen oder so manche Nachspeise mit den delikaten Minzenblättern und Wildfrüchten garnieren.
Den höchsten Geländepunkt stellt der Burgberg dar, durch den eine Kriechröhre führt. Ein Kriechröhreneingang wurde mit lebenden Weidenruten zum schattigen und geheimnisvollen Höhleneingang gestaltet. Eine Treppe aus Granit-Randsteinen führt auf den Burgberg, auf dem zwei Burgen errichtet wurden. Von der zweiten Burg aus können die Kinder eine Rutsche hinunterrutschen. Der Hügel ist artenreich bepflanzt und eingesät worden. Stachelige Wildrosen sichern absturzgefährdete Stellen ab. Als Fallschutz dient Fallschutzriesel. Um den Burgberg führt eine große Sandspielfläche, die den Kindern einen idealen Kreativspielplatz bietet.
Aus Weidenruten wurden ein Weidenlabyrinth und ein Weidenzelt als kreative Spiel- und Versteckmöglichkeiten gebaut. Unterschiedlich hohe senkrecht eingegrabene Hartholzstämme stellen Hüpfpalisaden dar. Weitere waagrecht liegende Baumstämme können als Balancier- und Kletterstämme gebraucht werden. Um auch moderne Kommunikationsmöglichkeiten zu integrieren, wurde ein „Erdtelefon“ eingerichtet, mit dem sich die Kinder über weite Entfernung unterhalten können. Viele Beeteinfassungen aus Baumstämmen und Naturstein wurden so gestaltet, dass sie als Sitzflächen Verwendung finden. Die Wegflächen wurden als wassergebundene Wegedecke gestaltet und an den Rändern mit Blumen-Schotterrasen eingesät.
Eine lebendige Bepflanzung mit vielen einheimischen Wildpflanzen und Obstgehölzen, verschiedene Wildblumensaumansaaten und eine Vielzahl an kreativen Spielmöglichkeiten bietet Kindern was sie brauchen: NATUR und ERLEBNIS. Nebenbei profitieren zusätzlich einheimische Wildtierarten von dem überreichen Wildpflanzenangebot.














