Ein bunter Naturgarten
Auf einer Baustelle von Thomas Pecher wurde im Sommer 2008 ein artenreicher Naturgarten angelegt. Das reizvolle an dem Grundstück ist besonders die Lage. Das Haus wurde in einen natürlichen Hang gebaut, sodass auf den Außengeländeflächen spannende Gestaltungsideen realisiert werden konnten. Der Naturgarten wurde mit den Nutzern zusammen gebaut. Bei der Planung wurden alle möglichen Flächen für eine naturnahe Gestaltung in das Gesamtkonzept einbezogen. Beispielsweise wurden die beiden Garagenzufahrten auf Schotter als Thymian-Duftrasen gestaltet. Dabei wurde die Mitte jeder Fahrspur ausschließlich mit Thymian-Arten und -Sorten bepflanzt und besät. Auch der Kiesstreifen an der Hauswand erhielt eine Bepflanzung mit trockenheitsverträglichen Wildstauden wie beispielsweise Berg-Lauch (Allium montanum), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) und Ährigem Ehrenpreis (Veronica spicata). Direkt am Hauseingang befindet sich ein reines Salbeibeet. Es soll die Vielfalt an Salbei-Arten und deren Sorten zeigen. Ein halbschattiges bis schattiges Wildstaudenbeet schließt sich ebenfalls an das Haus an.
Im Norden wird das Grundstück mit einem kleinen Wall begrenzt, der mit einer kleinen Trockenmauer eingefasst und mit einem Wildblumensaum begrünt wurde. Dieser Wildblumensaum geht fließend in eine halbschattige Gehölz- und Staudenpflanzung über. Unter einer schon bestehenden Baumgruppe aus Hainbuchen und einer Stiel-Eiche wurde ein Sitzplatz angelegt, von dem aus man einen Großteil des Geländes überblicken kann. Vom Haus gelangt man über einen Holzsteg zum Sitzplatz, der als Holzdeck aus witterungsbeständigem Lärchenholz gebaut wurde. Unter dem Holzsteg wird zukünftig ein naturnaher Bach dem natürlichen Gefälle in den unteren Teil des Grundstücks folgen. Das Schotterbett wurde dafür schon angelegt. Ein kleines Wildstaudenbeet und eine Naschhecke mit Johannis- und Erdbeeren grenzen den Sandspielplatz der Kinder vom Sitzplatz ab. Die Grundstücksgrenze zum Nachbarn im Westen stellt ein Wall mit einer locker gepflanzten Wildgehölzhecke mit Wildblumensaum dar.
Das Zentrum des Naturgartens prägt eine Pflanzung mit historischen Rosensorten und dazu passenden Stauden. Das Rosenbeet passt sich dem natürlichen Hangverlauf an und wird im unteren Bereich von einer Trockenmauer aus Kalkstein abgefangen. Zwischen dem Wildsträucherwall und dieser großen Rosenpflanzung wird sich der Bachlauf schlängeln. An der Südwestecke des Hauses wurde ein artenreich bepflanztes Duftpflanzenbeet angelegt, das ebenfalls mit einer Trockenmauer eingefasst wurde. Zwischen Duftpflanzen- und Rosenbeet führt ein kleiner Hohlweg, der mit einer Natursteintreppe das Gelände hinaufführt. Die Treppe wurde gestalterisch in die Trockenmauern integriert. In Hausnähe befinden sich noch zwei weitere Beete. Eines ist als reines Minzenbeet gestaltet worden während das andere ein mageres Wildblumenbeet darstellt. Die Gartenwege wurden als wassergebundene Wegedecke gestaltet. Zum Fußball spielen für die Kinder wurde eine ebene Fläche mit Kräuterrasen angesät und an den Randbereichen mit Wildblumenzwiebeln angereichert. Statt Zaun wurde der Garten im Süden mit einem weiteren Wall begrenzt, der mit Baumstammstücken zur Straße eingerahmt wird. Der gesamte Wall wurde mit Wildobstgehölzen und verschiedenen Wildstauden bepflanzt. Zusätzlich erfolgte die Ansaat einer bunten Wildblumenwiesenmischung. Eine weitere Besonderheit in diesem Naturgarten stellt das naturnahe Mülltonnenhäuschen dar. Es wurde komplett aus lebenden Weiden gebaut und ist nur zur Straßenseite hin offen. Von Haus und Garten aus sind die hässlichen Mülltonnen nicht zu sehen.
Bis auf einige, mit „Unkraut“ bewachsene Oberbodenhaufen, wurde das Aushubmaterial vom Grundstück als Grundlage für die Wälle verwendet. Der Aushub ist jeweils mit einer Kiesschicht abgedeckt worden. Für den Bau der Trockenmauern wurden zwei verschiedene Kalksteine ausgewählt. Im nördlichen und nordwestlichen Bereich des Gartens wurde ein beiger Kalkstein verwendet während im südlichen Teil des Geländes ein hell grauer Kalkstein dominiert. Alle Standorte des Naturgartens wurden artenreich bepflanzt und besät. Neben Bäumen, Sträuchern und Stauden kamen auch ganz viele Wildblumenzwiebeln zum Einsatz. Viele Stauden und einjährige Arten aus den Ansaaten haben noch im Jahr der Anlage geblüht. Der Rest der Pflanzen wird in der nächsten Vegetationsperiode zum Blühen kommen.












